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Warum bezahlte lokale Betreuung essenziell ist

Ein Blick hinter die Kulissen der Reiseplanung: Eine Anfrage über unsere Webseite elfenbeinkueste.reisen führte zu einer klassischen Herausforderung des modernen Reisens in Westafrika. Dieser Fall zeigt, warum flexible, auf Begegnungen fokussierte Reisen ohne einen erfahrenen lokalen Partner kaum machbar sind und warum man auf kostenlose Hilfe bei der Vorbereitung nicht zählen kann.

1. Die Anfrage: Wunsch nach Tiefe statt Standard

Ein Interessent (Mitte 30, aus der Schweiz) suchte für einen Monat (zwischen Februar und Mai 2026) nach einer tiefgehenden Entdeckungsreise in die Elfenbeinküste. Seine Interessen waren klar:

💬 Ursprüngliche Reiseanfrage

«Ich interessiere mich vor allem für die Menschen und wie sie leben. Ausflüge in die Natur würden mir gefallen, ebenso ruhige Tage, an denen man einfach mal sein kann. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, etwas Musikalisches zu erleben (ich spiele Schlagzeug). Auch andere kulturelle oder historische Sehenswürdigkeiten fände ich spannend. Ich habe mich übrigens für meinen mehrmonatigen Urlaub entschieden, um Französisch zu lernen

Die Realität der Vorbereitung: Niemand hilft kostenlos

Die Erfahrung bei der Organisation dieser Reise war ernüchternd: Weder Reiseagenturen noch lokale Kontakte waren bereit, die aufwändige, individuelle Planung (Sprache, Musik, Begegnungen) unentgeltlich zu leisten.

Dies ist ein entscheidender Punkt: Die Vorbereitung einer komplexen Individualreise kostet Zeit, Wissen und Netzwerke. Diese Leistung muss entsprechend honoriert werden. Die Suche nach kostenloser Hilfe ist im afrikanischen Tourismus oft vergeblich, da die lokalen Akteure von dieser Arbeit leben.

Es kommen wenig Gäste, Massentourismus und damit Skaleneffekte bei Hotels fehlen. 

2. Die Lösung: Direkte Vernetzung und transparente Bezahlung

Die einzig praktikable Lösung war die direkte Vermittlung eines lokalen Gästebetreuers, den wir über einen Sprachlehrer, den wir in Abidjan kennenlernen. Er ist der Schlüssel zu Authentizität und Logistik und wird für seine Dienstleistung bezahlt.

Das Angebot 

  • Vorgeschlagene Städte: Abidjan, Yamoussoukro, Grand-Bassam, Assinie, Sassandra, San Pedro, Man, Bouaké, Korhogo, u.a.
  • Tarif: 165 € pro Tag (exklusive Transport und Unterkunft).

📧 Die E-Mail-Abstimmung mit Herrn Guilsonte (Auszug)

Um die Kosten transparent zu halten, wurden die Details zur Tagespauschale und Unterkunft sofort geklärt:

Betreff: Programmvorschlag (ca. 4 Wochen) für einen Schweizer Gast – Wichtige Abstimmung zu Kosten & Unterkunft

[…] Wichtige Klärung der Kosten und Betreuung:

  1. Tagespauschale (€165): Die Pauschale soll nur an jenen Tagen anfallen, an denen Sie sich ganztägig um die Betreuung und Begleitung des Reisenden kümmern. An Tagen der Selbstständigkeit (Sprachunterricht, Strandtag) soll die Pauschale entsprechend reduziert oder entfallen.
  2. Unterkunft: Bitte senden Sie uns konkrete Vorschläge für Unterkünfte zu (Einfach & Authentisch sowie Mittelklasse & Komfortabel), inklusive des ungefähren Preises pro Nacht.

Bitte nehmen Sie nun direkt Kontakt mit dem Gast auf, um diesen Entwurf zu finalisieren.

Eine Antwort erfolgte prompt, jedoch ohne konkrete Vorschläge, wofür ich Verständnis habe. Zuerst sollte ein echtes Interesse seitens des Reisenden bestehen.


3. Bezahlte lokale Betreuung ist unverzichtbar

Der Fall verdeutlicht strukturelle Probleme, die Reisende in der Elfenbeinküste ohne lokale Hilfe lösen müssten. Der gezahlte Tagessatz entschädigt für notwendige Leistungen:

HerausforderungNotwendigkeit eines bezahlten lokalen Betreuers, schwierig in einem Land, wo die touristische Infrastruktur fehlt
Logistik & SicherheitOrganisation von zuverlässigen Fahrern, Routenplanung, Verhandlung von Preisen.
Hohe Kosten in AbidjanAbidjan ist teuer; ein Guide kennt kostengünstige und dennoch sichere Adressen (Maquis).
SprachbarriereFranzösisch ist wichtig, aber in ländlichen Regionen sind Übersetzer für lokale Sprachen essenziell für echte Begegnungen.
AuthentizitätNur bezahlte lokale Kontakte können Musiker-Projekte oder private Einblicke in Dörfer vermitteln, was die touristischen Routen nicht bieten.

4. Förderung und Ausbildung: Die Rolle von NGOs und Frankreich

Der Mangel an standardisierten, qualitativ hochwertigen Guides ist ein zentrales Problem. Hier setzen internationale Akteure an, um die Servicequalität zu verbessern, was zukünftig das Vertrauen der Reisenden stärkt:

OrganisationFokus in der Côte d’IvoireBedeutung für den Reisenden
Institut Français de Côte d’Ivoire (IFCI)Kulturelles Zentrum in Abidjan. Bietet Sprachkurse, Konzerte und kulturelle Events.Idealer Ort für Sprachunterricht und Musik-Kontakte (z.B. für Schlagzeuger).
AFD (Agence Française de Développement)Unterstützung von Infrastrukturprojekten und Kulturerhalt (z.B. in Grand-Bassam).Stärkt die Stabilität und touristische Infrastruktur des Landes.
Swisscontact (Schweizer NGO)Engagement für die Berufsbildung (Hotellerie, Gastronomie), was die Servicequalität der lokalen Partner verbessert.Indirekt wichtig: Steigert die Professionalität der Betreuer.
Lokale KooperativenBetreiber von Campements oder Führer in ländlichen Regionen und Nationalparks (z.B. Taï-Nationalpark).Direkt wichtig: Quelle für Natur- und Ökotourismus.

Fazit für Ihre Entdeckungsreise:

Die individuelle Entdeckungsreise in der Elfenbeinküste ist absolut möglich, erfordert aber einen klaren Plan und die Bereitschaft, die leistungsorientierte Arbeit eines lokalen Experten fair zu honorieren. Die transparente Klärung der Kosten und die Nutzung der kulturellen Angebote vor Ort garantieren die gewünschte Mischung aus Abenteuer, Sicherheit und tiefen kulturellen Eindrücken. 

Gescheiterter Präsidentschaftsanwärter

Tidjane Thiam, der ehemalige CEO der Credit Suisse, wollte nach seiner internationalen Karriere in die Politik seiner Heimat, der Elfenbeinküste, einsteigen – mit einem ambitionierten Ziel: das Präsidentenamt. Doch sein Vorhaben ist gescheitert, noch bevor es richtig begonnen hat.

Der Weg zurück in die Heimat

Thiam, einst Hoffnungsträger der internationalen Finanzwelt, wurde nach seinem Rücktritt bei der Credit Suisse politisch aktiv.

Dazu habe ich bereits einen Artikel verfasst:

Bericht zu Tidjane Thiam

In der Elfenbeinküste steigt er in die traditionsreiche Partei PDCI-RDA ein, die sich in Opposition zur aktuellen Regierung sieht. Seine Ambition: die Präsidentschaftskandidatur für 2025.

Doch gleich mehrere Hürden standen seinem politischen Comeback im Weg. Allen voran: seine doppelte Staatsbürgerschaft. Thiam besaß neben der ivorischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Um den Anforderungen der Wahlkommission zu entsprechen, legte er diese nieder – ein symbolischer Schritt, der seine Verbundenheit mit der Elfenbeinküste zeigen sollte.

Zweifel an seiner Loyalität

Die ivorischen Behörden ließen sich davon nicht überzeugen. Für sie war Thiams Rückkehr zu spät, sein Leben zu sehr im Ausland verankert – sowohl beruflich als auch kulturell. Seine jahrzehntelange Identifikation mit Frankreich und der internationalen Elite hinterlässt einen bleibenden Eindruck, den eine formelle Entsagung der französischen Staatsbürgerschaft nicht auslöschen konnte.

So erklärte das Gericht seine Kandidatur für ungültig. Die Entscheidung sorgte für Unmut in Thiams Lager, aber auch für Erleichterung bei politischen Gegnern, die in ihm einen starken Herausforderer gesehen hatten.

Ein Mann zwischen den Welten

Tidjane Thiams Geschichte ist die eines Mannes mit globaler Karriere, der in seine Heimat zurückkehrt – und dort auf ein System trifft, das ihn geprägt hat. Er will den Typus des modernen afrikanischen Politikers mit internationalem Profil verkörpern, doch was wird erreichen? Sein Leistungsausweis ist nach meiner Meinung nach ein Desaster. Es geht ihn um Macht und Kontrolle.

SRF beleuchtet die Kandidatur und zeigte hier Hintergründe auf:
SRF-Artikel zur abgelehnten Kandidatur

Workshop der Elfenbeinküste auf der ITB

Die Elfenbeinküste lud auf der ITB Berlin 2025 zu einem Workshop ein, der zahlreiche Vertreter der Botschaft, verschiedene Verbände sowie Reisejournalisten anzog. Nach einer kurzen Begrüßungsrede sorgte eine traditionelle Balafon-Gruppe für eine mitreißende musikalische Einstimmung.
Nachfolgend die Wiedergabe eines Teils dieser Einstimmung; zwar wurde das Video um 90 Grad gekippt, was aber dessen Attraktivität nichts abtut.

Anschließend wurde mit umfassenden Informationen über den Tourismus und über die schönen Feste des Landes sowie dessen Möglichkeiten diskutiert. «Vener voir» hiess das Motto diesmal, «kommen und sehen».

Tourismusmesse vom 27.-30. Mai 2025

Die Messe wird von der Tuna Conference & Exhibition (PAPSA) im Sofitel Hotel in Abidjan veranstaltet. So sollen Fachleute aus der Reise- und Tourismusbranche über aktuelle Trends, Herausforderungen und Möglichkeiten im afrikanischen Tourismussektor diskutieren.

Neben der Konferenz wird es eine Ausstellung geben, auf der verschiedene Unternehmen und Organisationen ihre Dienstleistungen und Produkte präsentieren.​

Weitere Highlights der bevorstehenden Messe in Abidjan;

  • Fachvorträge: Experten werden über nachhaltigen Tourismus, Investitionsmöglichkeiten und die Förderung kultureller Attraktionen referieren.​
  • Networking: Teilnehmer haben die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen und Partnerschaften zu initiieren.​
  • Kulturelle Darbietungen: Um die reiche Kultur der Elfenbeinküste hervorzuheben, sind traditionelle Musik- und Tanzaufführungen geplant.​

Das Sofitel Abidjan Hotel bietet einen hohen Komfort und einen Blick auf die Ébrié-Lagune und das Plateau. Es verfügt über eine erstklassige Infrastruktur für internationale Konferenzen.

Weiteres zur ITB Berlin 2025 – Workshop Elfenbeinküste

Auf dem Workshop wurde die Bedeutung der Elfenbeinküste als größter Kakao- und Erdnussproduzent hervorgehoben und das Land als moderne Destination dargestellt. Dorthin möchten wir gerne Kakaoreisen vermarkten.

Doch wie entwickelt sich das Reisegeschäft in der Praxis? Nach meinen Recherchen finden sich viele hochpreisige Hotels, während Agrotourismus-Angebote kaum aufzufinden sind. Ein Reiseveranstalter merkte an, dass die lebendigen Feste und kulturellen Erlebnisse eine attraktive Alternative zu teuren Safari-Angeboten bieten könnten – erschwingliche Rundreisen für internationale Besucher wären wünschenswert.

Mehrere Organisationen stellten sich vor und signalisierten Interesse an wirtschaftlichen Kooperationen mit der Elfenbeinküste. Die Präsentationen der Veranstaltung wären eine wertvolle Ergänzung. Diese seien auch bereits von der Botschaft in Berlin angefordert worden.

Die Elfenbeinküste präsentierte sich auf der ITB als facettenreiches Land. Nun gilt es, Touristen nicht nur mit Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem durch authentische Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung zu begeistern.

Erfreulich ist auch, dass 400’000 junge Menschen in der Elfenbeinküste Deutsch lernen. Umso wichtiger wäre es, ihnen berufliche Perspektiven vor Ort zu bieten, damit sie ihre Sprachkenntnisse während erfolgreichen Karrieren im eigenen Land nutzen können, anstatt eine Auswanderung nach Deutschland in Betracht zu ziehen.

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Die Links innerhalb des Textflusses führen zur Elfenbeinküste und zum Sofitel Hotel, Abidjan auf der Weltkarte.

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Migros – Engagement an der Elfenbeinküste

Mädchen als Symbol für soziale Unterstützung

«Wie faire Preise den Kakaobauern an der Elfenbeinküste zahlen?» Die Migros sammelt bei jeder verkauften Schokolade Gelder für die Kooperative Necaayo ein, um öffentliche Aufgaben wie Schulen oder den Gesundheitsdienst zu finanzieren. Pro Tafel fließt eine Spende von 50 Rappen an die Elfenbeinküste.

Engagement für die Kooperation Necaayo

Bestimmt ein prima Ansatz, denn den Migros-Kunden interessiert heute eher die gesamte Wertschöpfungskette; der Anbau, die eingesetzten Dünger und Pflanzenschutzmittel, der Transport, die Verarbeitung und die Margen des Handels. Besonders die Arbeitsbedingungen und Entlohnungen innerhalb der Kette dürfte die Konsumenten interessieren. 

Ich würde bei der Migros gern einen Wettbewerb für «Kakao-Reisen» lancieren. Damit Schweizer_innen die Situation vor Ort erleben und neue Freundschaften schließen können. 

Wir haben die Migros angefragt, ob wir einige von ihren Schokoladen am Markt verkaufen dürfen, um mit Kunden über die Elfenbeinküste zu sprechen. Die erste Antwort hat Ernüchterung ausgelöst.
Hierauf nun die Antwort der Migros:

Wir bekommen jährlich weit über 200 Anfragen für Stand-, Sammel-, Spenden- oder Informationsaktionen an unseren Standorten bzw. auf unseren Grundstücken. Die Tendenz ist stark zunehmend. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir diese unmöglich alle bewilligen können. Da wir aber auch alle Anfragenden fair und gleichberechtigt behandeln wollen (sprich: einheitlich), haben wir uns entschlossen, keine solchen Aktionen mehr zu bewilligen. Kommt hinzu, dass sich viele Kundinnen und Kunden von solchen Aktivitäten auch gestört oder gar belästigt fühlen.

Neu zentralisiert die Migros ihre Aktivitäten. In Zukunft wird es wahrscheinlich unmöglich werden, solche Anfragen zu stellen. Doch irgendwie möchten wir ja Reisende gewinnen und diese weder stören noch belästigen, sondern unsere Reisekunden einfach nur begeistern. 
Was nun? Falls Ihnen dazu eine Idee einfällt, können Sie uns gern schreiben. Wir würden uns gewiss darüber freuen.

Ein Tipp

Nicht entmutigen lassen! Es gibt viel öffentlichen Grund vor den Supermärkten. Gehen wir die Gemeinden aktiv an. Da hat es wirklich schöne Dorfplätze und ich glaube, das Anliegen wird gerne aufgenommen.

Helfen wir beim Deutsch lernen

David, ein Deutschlehrer aus Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, will besser Deutsch lernen. Ideal, wenn er zu uns für ein paar Monate kommen könnte oder zumindest deutschsprachige Touristen begleiten könnte.

David, ein Deutschlehrer aus Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, will besser Deutsch lernen. Ideal, wenn er zu uns für ein paar Monate kommen könnte oder zumindest deutschsprachige Touristen begleiten könnte.

In Deutschland habe ich ein Künstlerhaus, dort könnte er gratis leben und die Verpflegungskosten könnte ich übernehmen. Vielleicht sogar der Flug, nur bewohnbar müsste das Haus schon sein. 

Die Elfenbeinküste wäre ein reiches Land. Die dortigen Eliten haben wenig Interesse für das Volk und verstecken ihr Geld auch in der Schweiz. Ein ehemaliger Minister der Elfenbeinküste aus einer wohlhabenden Familie schafft es zum CEO der Credit Suisse.

Er beklagte sich über Rassismus – ein Problem, dass meiner Meinung nach hochgespielt wird. Die meisten Schweizer verhalten sich zu Ihren Mitbürgern korrekt, zum Teil überkorrekt. 

In der Elfenbeinküste wird viel Kakao angebaut, den wir gerne für unsere Schokolade haben. Masestrani mit seinem Chocolarium hat uns viele Minor Schokoladen zur Degustation während der Standaktion spendiert. Einige lehnten dankend ab, ungesund, doch ist Kakao ungesund?

Die Elfenbeinküste ist sehr vielfältig, hat schöne Nationalparks, die Natur ist bedroht. Durch Einnahmen aus dem Tourismus wird mehr Bewusstsein für den Erhalt der Natur geschaffen.

Stattdessen wollen Philanthropen in der Elfenbeinküste die Landwirtschaft industriell entwickeln. Welche Arbeitsmöglichkeiten bietet in Zukunft weltweit die Industrie. Immer mehr automatisiert. Ob Gentechnik wirklich die beste Lösung ist?

Tourismus ist ein klassisches Dienstleistungsgeschäft. Bei dessen Aufbau müssen wir helfen. Reisen in die Elfenbeinküste sind teuer, denn die Hotels und Strände richten sich an die reichen Einheimischen.

Fairtrade, was bedeutet dies? Wo ist der Tourismus? Wäre es nicht schön, David könnte dazu erzählen.

Wobei wir zu vielen anderen Ländern Westafrikas ebenfalls Länderseiten pflegen

Mali
Sierra Leone
Liberia
Guinea
Guinea Bissau
Senegal
Burkina Faso
Tschad
Ghana
Nigeria

Dort sind die Probleme oft ähnlich gelagert. Der nächste Schritt ist der Weihnachtsmarkt in Baden. Den Erlös will ich David senden, damit er Kakaobauern Weihnachtsgeschenke bringt.

Schweizer Künstler in Abidjan

Tobias Jundt und Musik aus der Elfenbeinküste. Er tritt auf als Künstler Bonaparte und ist auf Spurensuche für Musik nach Abidjan gereist. Vor allem afrikanischen Musik hören die Ivorer, es ist ihrer Kultur nahe.

Bei seinen Aufenthalt arbeitete er mit Künstler, er fabrizierte Videos und ist immer der Blanc gewesen, der Weisse. Als er seine Tournee startete, musste er einsehen, dass das Visaregime wenig fair ist.

Talentierte Musiker müssen etliche bürokratische Hindernisse überwinden, während Reisende aus reichen Ländern einen Visadienst nehmen, der rasch alles erledigt. 

Der beiliegende Artikel beschreibt das Projekt von Tobias Jundt und sollte für mich Anregung sein, eine Reise ganz für die Musik zu unternehmen.  

Story über den Künstler Bonaparte, erschienen im Bund

Tourismus Investitionen durch Kleinunternehmer?

Am 29. September 2020 führte ich Gespräche in der Elfenbeinküste. Mit einer Mitarbeiterin, auf deutsch, die detailliert meine Wünsche notierte und den Ersten Sekretär, welcher mir die Aufgaben der Botschaft darlegte.

Herr Djo Koumé Date zeigte Investitionsprojekte in Grand Bassam. Repräsentative Gebäude aus der Kolonialzeit, ideal für Boutique Hotels oder Restaurants. Die Regierung will Tourismus fördern und sucht Investoren, zuständig ist das CEPICI, +225 20 311 400, Hilfe gibt es auch bei der Handelskammer, +225 20 331 600. Nur die Reiseindustrie liegt darnieder und die weltweite Konkurrenz ist gross.

Es sollte doch möglich sein, dass die Einheimischen der Elfenbeinküste die touristische Infrastrukturen schaffen, Restaurants und Hotels eröffnen? Auf die Konzerne warten, die die Investitionen rasch profitabel sehen ist kurzsichtig.

  • Welche Programme gibt es da in der Elfenbeinküste?
  • Was macht die Regierung konkret, um Kleinunternehmern zu helfen?
  • Wie kann Reisejournalismus unterstützt werden?

Die Botschaft in Bern hat das Gespräch gut vorbereitet und geführt. Was wird wohl dabei rauskommen? Ich kann nur ermuntern dran zu bleiben, Agrotourismus hat Zukunft und die Elfenbeinküste ist ein wichtiger Kaffee- und Kakaoproduzent. Getränke, die wir lieben.

Tidjane Thiam als sozialer Unternehmer?

Im Internet haben wir gelesen, dass der ehemalige CEO der Credit Suisse das Präsidentenamt in der Elfenbeinküste anstrebt
Ex CEO von Credit Suisse ins Präsidentenamt?

Herr Thiam stammt aus der Oberschicht der Elfenbeinküste und eine beeindruckende Karriere hingelegt. Doch dies schlussendlich als Angestellter. Die unternehmerische Leistung ist wenig nachvollziehbar, ebenso wenig Investitionen in der Elfenbeinküste. Wo die hohen Verdienste heute sind, nicht feststellbar.

Kakao und Tourismus zu entwickeln, wäre ein grosse Aufgabe und wünschenswert, dort erst einmal die Sporen zu verdienen.

Herr Thiam hat Privatdetektive beauftragt, um Geschäftspartner und Angestellte zu beschatten. Die Sicherheitsabteilung ging rabiat gegen Demonstranten vor und schickte auch Stephan Zurfluh eine gerichtliche Androhung, weil er forderte, dass Herr Thiam CHF 10 Millionen in der Elfenbeinküste investieren soll.

Bei den Mosambik Skandal ist Herr Thiam untätig gewesen, den Land wurde grosser Schaden zugefügt. Bei der Generalversammlung der Credit Suisse 2019 wurde lediglich auf Untersuchungen hingewiesen. Keine Betroffenheit oder gar Wunsch den geschundenen Land in Afrika zu helfen.

Jetzt will er also in die Politik. Wie schon gesagt, er soll erst einmal sein Vermögen nutzen, um die Lebenssituation in Afrika zu verbessern. Als Präsident befürchte ich, dass dies zu Einbussen demokratischer Rechte in der Elfenbeinküste führt.

Die bisherige Regierung sieht Herr Thiam als Konkurrent. Er war bereits Entwicklungsminister und hat politische Erfahrung. Das Wahlgesetz wurde geändert und Doppelbürger von der Wahl ausgeschlossen.

Einbezug der Schokoindustrie für Ausstellungen

In der Elfenbeinküste sucht Herr David Gbayoro Touristiker, um für Reisende ein Angebot zu schaffen. Er erstellte einen Businessplan, führte viele Gespräche. Doch es fehlen finanzielle Mittel und ein starker Partner um einen Messeauftritt zu realisieren.

Deswegen hat Stephan Zurfluh, alle Schokohersteller kontaktiert. Die Idee, auf der Messe Markttests durchzuführen hat bislang keine Resonanz gefunden. Ein Beitrag ist auf Webseite von Schokoreisen erschienen.
Schokohersteller auf Reisemessen

Es braucht mehr Gespräche und womöglich der Einsatz von offiziellen Behörden der Elfenbeinküste oder der dortigen Kakaobauern. Tourismus ist eine wertvolle Ergänzung der Wirtschaft in der Elfenbeinküste.

Eine Messeteilnahme wird den Tourismus voranbringen.

Business Plan erarbeitet

Herr David Gbayoro Dago Manasse hat mit Kollegen in Abidjan einen Businessplan verfasst. Er zeigt auf, dass Tourismus ein profitables Geschäft ist und wird aktuell mit Partner für den Tourismus in der Elfenbeinküste debattiert.

Mit den Businessplan werden Fragen aufgeworfen und Lösungen gezeigt. Er wird mit der Zeit immer mehr den Realitäten angepasst.

Ein Exemplar ist bei Herrn Gbayoro erhältlich.