Klima, Tropen und Savanne

Aufgrund der äquatornahen geographischen Breite der Elfenbeinküste 

(4°N bis ca. 10°N) liegt das Land insgesamt in der tropischen Klimazone. Charakteristisch für die Ausprägung des Klimas ist die, wie in den meisten Nachbarstaaten des Landes durch die Entfernung zum Äquator bestimmte, unterschiedliche hygrische Struktur im Jahresverlauf (Wechsel von Regen- und Trockenzeiten). Dabei steuert der Südwestmonsun Westafrikas die Niederschlagsmenge im Küstenbereich durch feuchtwarme Luftmassen und bringt hier fast ganzjährig Regen, während er weiter nördlich für die Regenzeiten im Nordsommer verantwortlich ist. Dabei nehmen die Niederschläge und die Dauer der Regenzeiten umso mehr ab, je größer die Entfernung zum Äquator und damit zum Einfluss des Südwestmonsuns bzw. der Innertropischen Konvergenzzone wird, deren Verschiebung durch den jahreszeitlichen Sonnenstand verursacht wird. In den Trockenzeiten ist der Nord-Ost-Passat durch die stabile Hochdrucklage mit absteigender, heißer Luft klimabestimmend und wird auch als Harmattan bezeichnet. Er ist auch für die kurzen Trockenzeiten im äquatorialen Klima der Küstenlinie verantwortlich. 

Grob lassen sich drei Klimazonen unterscheiden, die ineinander übergehen: Tropisches Äquatorialklima (Attiéklima) im Süden. Das Klima der immerfeuchten Tropen zeichnet sich durch geringe Temperaturschwankungen im Jahresverlauf (Jahresmitteltemperaturen von ca. 26°C bis 30°C), sehr hohe Luftfeuchtigkeitswerte (80-90%) und starke Niederschläge aus. Es existieren zwar gemäß der Wanderung der ITC zwei Regen- und Trockenzeiten, doch die große Trockenzeit von Dezember bis März und die kleine Trockenzeit von August und September sind immer noch relativ feucht und damit weniger landschaftsprägend als die Regenzeiten (April bis Juli und Oktober bis November), in denen durchschnittlich ca. 2000 mm Niederschlag fällt. Die Großstadt Abidjan erhält jährlich z.B. 1700 mm Niederschlag, noch mehr Regen fällt in Tabou mit über 2100 mm. 

Das feuchte Savannenklima (Baouléklima) schließt sich im Norden an die Regenwaldzone an und ist durch insgesamt zunehmende Temperaturschwankungen (18°C bis 32°C), eine abnehmende Luftfeuchte (60-70%) und niedrigere Niederschläge gekennzeichnet. Infolgedessen entwickelt sich hier eine Feuchtsavanne. Die Trockenzeiten werden länger, während die Regenzeiten abnehmen. Bouaké in der Zentralregion zeigt das typische Klima der Feuchtsavanne. 

Das Klima der Trockensavanne (südsudanesisches Klima) prägt die nördlichen Teile der Elfenbeinküste. Entsprechend der zunehmenden Entfernung vom Äquator zeigen sich starke tägliche 

Temperaturschwankungen von bis zu 20°C, v.a. in der Trockenzeit, in der es sehr heiß werden kann (bis 38°C max.) Die Luftfeuchte nimmt ebenso ab und liegt in der Trockenzeit nur noch bei knapp 30% oder auch darunter. Nur während der Regenzeit steigt sie kurzfristig an. Hier im Norden (z.B. in Ferkéssédougou oder Korhogo) gibt es nur noch eine Regen- (Juli bis Oktober) und eine Trockenzeit (November bis Juni). Insgesamt fallen ca. 1200 mm Niederschlag im Jahr. 

Neben der breitenkreisparallelen Klimafunktionalität sind lokalklimatische Verhältnisse für eine Veränderung der großräumigen Klimadaten möglich. So erhalten höher gelegene Gebiete z.B. im Nordwesten (Odienné oder Man) auch mehr Niederschlag und weisen gleichzeitig geringere Temperaturen auf als Orte gleicher geographischer Breite in östlicheren Landesteilen. 

Entsprechend den klimatischen Verhältnissen haben sich Flora und Fauna entwickelt. Die Biodiversität kann als besonders hoch eingestuft werden. An der Küste trifft man tropische Regenwälder und Mangroven an, die nach Norden hin zunächst in Feuchtwälder, dann in Trockenwälder und schließlich in eine Trocken- und Buschsavanne übergehen. 

Die französische Literatur grenzt noch mehr verschiedene Vegetationszonen ab: den Forêt dense humide sempervirente (immergrüner tropischer Regenwald) im Küstenbereich, den „Forêt dense humide semi décidue“ (Feuchtwald) nördlich davon, daran anschließend die „Savane guinéenne“ (Guinea-Savanne = Feuchtsavanne), um Korhogo herum die „Savane sub-soudanienne“ (Trockensavanne) und schließlich im äußersten Norden an der Grenze zu Burkina Faso und Mali die „Savane soudanienne“ (Sudan-Savanne), die den Übergang von der Trocken in die Dornstrauchsavanne darstellt. Im tropischen Küstenregenwald trifft man Baumriesen, Orchideen und Epiphyten an, während in den trockeneren Bereichen v.a. der Affenbrotbaum und verschiedene Akazienarten das Landschaftsbild bestimmen. Andere wichtige Gehölzarten wie der Iroko (Teak), der Tali, der Amazakoue oder der Tiama haben auch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. 

Durch die unterschiedlichen Vegetationszonen ist auch die Tierwelt der Elfenbeinküste artenreich. 

Die Texte stammen vom Länderportal der GIZ, welches vom Netz genommen ist. Verfasser ist Dr. Eva Biele. Die Urheber wurden informiert, dass auf meiner Tourismusseite zur Elfenbeinküste die Inhalte veröffentlicht werden.