Die Elfenbeinküste gilt als der grösste Kakaoproduzent der Welt, er ist aber auch nach Brasilien und Kolumbien der drittgrösste Kaffeeproduzent weltweit. In der Landwirtschaft arbeiten viele Menschen, auch aus Burkina Faso.
Daneben verfügt das Land über viele Bodenschätze, welche nicht gewinnbringend vermarktet werden können. Es lohnt sich der Frage nachzugehen, warum ein Kontinent, so reich an Ressourcen eine solch arme Bevölkerung. Die holländische Krankheit genügt da nicht als Begründung, sicherlich spielen viele weitere Faktoren eine Rolle.
Der Tourismus ist eine Chance für die Elfenbeinküste. Es gibt Baderessorts, die gut besucht werden, denn in Abidjan lebt eine wohlhabende Mittelschicht. Dennoch braucht es weitere Entwicklungen.
Eine gute Übersicht zur Wirtschaft gibt auch hier wieder das Länderportal der GIZ, die entsprechenden grundlegenden Informationen dazu:
Die Elfenbeinküste entwickelte sich nach der Unabhängigkeit auf der Grundlage einer exportorientierten Wirtschaftspolitik zum ökonomischen Wunder Westafrikas. Das Land wurde nach Südafrika und Nigeria die drittgrößte Wirtschaftsmacht südlich der Sahara. Die günstige naturräumliche Ausstattung des gesamten südlichen und zentralen Teils der Elfenbeinküste, aber auch die liberale Politik unter Houpouët-Boigny kann als Basis dieses ökonomischen Aufstiegs angesehen werden. Allerdings wurde das Wirtschaftswunder auch „erkauft“ mit billigen Arbeitskräften aus den ärmeren afrikanischen Nachbarstaaten und einer Ausbeutung der Natur, die bis heute zu immensen ökologischen Problemen führt.
Auch heute noch nimmt die Elfenbeinküste in der Kakaoproduktion weltweit den ersten Rang ein, 40% der globalen Produktion stammt aus der Elfenbeinküste. Der Kakao wurde unter dem ersten Präsidenten überwiegend in kleinbäuerlicher Landwirtschaft angebaut. Diese Agrarexportstrategie führte zur Schaffung einer zentralen Kakaovermarktung (CAISTAB), die erst unter dem Regime Bédié Ende der 90er Jahre aufgelöst wurde. Weitere wichtige Exportgüter sind bis heute Kaffee, Erdöl, Edelhölzer, Hevea (Kautschuk), Baumwolle und Bananen. Beim Kaffee liegt die Elfenbeinküste auf dem siebten Platz der weltweiten Produktion. Neben Kakao und Kaffee ist auch Holz als Exportprodukt bedeutend.
Heute versucht man, die ökologischen Nachteile durch Abholzung von Naturwaldflächen durch die Förderung der Plantagenproduktion abzumildern. Die Erdölförderung ist stark ausgebaut worden und soll so zum zweiten Standbein der Wirtschaft neben dem immer noch bedeutenden Kakaoanbau werden.
Über 50 Prozent der Einwohner leben von der Landwirtschaft. Ausländische, vor allem französische Firmen haben in den vergangenen 30 Jahren wichtige Positionen in den Hauptwirtschaftszweigen ausbauen können. Der agroindustrielle Sektor hat neben der Subsistenzwirtschaft Bedeutung. Durch den dynamischen Wirtschaftsaufschwung und die regionale Bedeutung in Westafrika bis 1999 galt die Elfenbeinküste als Musterbeispiel für die Entwicklung eines subsaharischen Entwicklungslandes zu einem potenziellen Schwellenland. Die politischen Krisen 2002 und 2010/2011 haben auch die Wirtschaft der Elfenbeinküste schwer getroffen und die ökonomische und soziale Infrastruktur geschwächt. 2002 blieben ausländische Direktinvestitionen weitgehend aus, der Mittelzuflusss bi- und multilateraler Geber wurde ausgesetzt. Dazu kamen die damals weltweiten Schwankungen der Kaffee- und Kakaopreise, die zu starken Einbußen der monostrukturellen Exportlandwirtschaft des Landes geführt haben. Außerdem wurde mit dem Putsch von 1999 auch eine kleine politische Elite von der Macht entfernt, die seit der Unabhängigkeit die Geschicke des Landes in den Händen gehalten hatte. Der neuen Regierung fehlten die praktischen Erfahrungen im Management komplexer wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen, so dass die Wirtschaft einbrach. Aber insgesamt wurde die Wirtschaft nicht so gravierend tangiert wie befürchtet.
Heute erholt sich die Wirtschaft der Elfenbeinküste zusehends und man ist optimistisch, in den nächsten Jahren wieder hohe Wachstumsraten zu erzielen. Wachstumsimpulse sind dabei, neben der weiterhin bedeutenden Landwirtschaft, die steigende Förderung von Erdöl und der Ausbau der Industrie. Während die Wirtschaftsleistung des Landes 2011 noch schrumpfte, pendelt sie seit 2013 um die 8% bis 9% (2016: 8,0%). Das Land konnte in den letzten zwei Jahren wieder mehr nationale sowie internationale Investoren gewinnen. Die Inflationsrate ist niedrig (2015:1,2%, 2016: 1,0%, 2017 um die 1,6%) und die offizielle Arbeitslosenquote lag 2014 bei 4%. Obwohl französische Unternehmen wirtschaftlich bevorzugt werden, bemüht sich die Regierung um die Festigung einer marktwirtschaftlichen Wettbewerbsordnung und die Stärkung des Privatsektors. Die Elfenbeinküste ist heute wieder die dynamischste Volkswirtschaft Westafrikas. 2020 erwartet man trotz der Corona Krise vorerst keine Rezession. Im Wahljahr 2020 werden zudem einige Groß-Investitionen getätigt, wie z.B. der Bau der Metro in Abidjan, der Ausbau des Hafens oder Großbauprojekte wie Industriezentren außerhalb Abidjans.
Neben dem naturräumlichen Reichtum und Erdöl hat die Elfenbeinküste zahlreiche weitere Bodenschätze wie Gold, Eisenerz, Mangan und Diamanten aufzuweisen. Der Abbau ist jedoch aufgrund fehlender Investitionen und mangelnder technischer Ausstattung niedrig; Schmuggel und finanzielle Unterstützung von Rebellen durch Diamanten («Blutdiamanten») und Gold ist anzunehmen. Die Industrie ist im Vergleich zu den afrikanischen Nachbarstaaten sehr gut entwickelt. Ihr Beitrag zum BIP ist mit ca. 23% zwar nur niedrig, trotzdem gehört die ivorische Industrie zu der am besten diversifizierten Westafrikas. Die Nahrungsmittelindustrie im Wertschöpfungsbereich der Agroindustrie und der agraren Rohstoffe ist dominant, daneben sind jedoch auch Textilfirmen, Baustoff- und Düngemittelfabriken im Land aktiv. Die Erdölraffinerien nehmen seit den 1980er Jahren an Bedeutung zu. Der Hafen von Abidjan ist ein bedeutender Umschlagplatz für globale Importgüter, die nicht nur für die Elfenbeinküste, sondern auch für die afrikanischen Nachbarstaaten des Nordens wichtig sind. Die moderne Infrastruktur ist in der Elfenbeinküste gut ausgebaut. Internet – und Stromversorgung sind gut. Aufgrund der historischen Entwicklung sind Frankreich, weitere EU Staaten und die USA die wichtigsten Handelspartner.


