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Das süße Erbe der Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Kakaoproduzent. Doch jahrzehntelang galt eine bittere Wahrheit: Die Bohnen wurden exportiert, die Gewinne in Europa gemacht, und viele Kakaobauern hatten in ihrem Leben noch nie ein Stück Schokolade probiert.

Dann kam Axel Emmanuel Gbaou.

Vom Bankwesen zur Kakaoplantage

Die Geschichte von Axel Emmanuel klingt wie ein Hollywood-Drehbuch. Eigentlich war er ein erfolgreicher Banker in Abidjan, doch der Anblick der Ungerechtigkeit in der Wertschöpfungskette ließ ihn nicht los. Er hängte seinen Anzug an den Nagel, tauschte den Schreibtisch gegen den Schmelztopf und gründete «Le Chocolatier Ivoirien«.

Mehr als nur Schokolade: Eine Mission

Sein Ziel war von Anfang an höher gesteckt als der Verkauf von Süßigkeiten. Axel Emmanuel beabsichtigte, die lokale Wertschöpfung zu revolutionieren:

  • Ausbildung vor Ort: Er trainiert Kakaobauern – und besonders Bäuerinnen – darin, die Bohnen selbst zu verarbeiten.
  • Afrikanische Identität: Statt europäische Rezepte zu kopieren, mischt er seine Schokolade mit lokalen Spezialitäten wie Ingwer, Cashewnüssen, Sesam, Kokos oder Kochbananen.
  • Empowerment: Durch die Veredelung im eigenen Land bleibt ein Vielfaches des Gewinns bei den Menschen, die die harte Arbeit auf den Feldern leisten.

Auf Lebensmittelzusätze verzichtet er und versucht, mit maximal zwei Zutaten auszukommen. Ich bin gespannt, wann ich seine Schokolade in der Schweiz finden werde. 

Ein Botschafter des Wandels

Wer Axel Emmanuel in den Porträts sieht, spürt seine Leidenschaft. Er ist nicht nur ein Handwerker, sondern ein Visionär, der beweist, dass Afrika nicht nur Rohstofflieferant sein muss. Seine Schokolade ist ein Statement für wirtschaftliche Unabhängigkeit und Stolz.


Gemeinsamer Kampf um faire Wertschöpfung

In Zürich kam es zu einem wegweisenden Treffen mit Axel Emmanuel (Le Chocolatier Ivoirien). Unsere Gespräche drehten sich nicht nur um die exzellente Qualität des ivorischen Kakaos, sondern vor allem um die harten wirtschaftlichen Fakten und die oft prekäre Situation der Kaffeebauern.

Analyse der Schokoladenindustrie

Wir haben die Machtstrukturen der globalen Schokoladenindustrie analysiert. Es ist offensichtlich, dass die Wertschöpfung meist im Norden verbleibt, während die Produzenten im Süden um ihre Existenz kämpfen. Andererseits existieren viele Unternehmen, die direkte Kontakte suchen. Um hier ein Gegengewicht zu schaffen, unterstütze ich Axel aktiv mit meinem Netzwerk.

  • Vernetzung mit der Schweiz: Ich habe bereits zahlreiche Schweizer Schokoladenhersteller kontaktiert, um Brücken zu schlagen und Axel den Zugang zu einem der anspruchsvollsten Märkte der Welt zu erleichtern. Mein Ziel ist es, echte Partnerschaften auf Augenhöhe zu fördern (weitere Details dazu auch unter schoko.reisen).
  • Genossenschaftsmodell: Ich werde massiv das Modell von Genossenschaften forcieren. Nur durch einen starken Zusammenschluss können die Bauern ihre Verhandlungsposition gegenüber den großen Konzernen stärken.
  • Necayoo: Ich freue mich sehr auf den weiteren Austausch mit Necayoo aus der Elfenbeinküste, um die Projekte vor Ort konkret voranzutreiben.

Die Botschaft auf die Straße tragen

Axel Emmanuel hat mich darin bestärkt, meine Lieder und meine Botschaft wieder direkt zu den Menschen zu bringen. Erneut werde ich auf den Parkplätzen von Supermärkten präsent sein und dort singen, wo die Menschen ihre täglichen Einkäufe tätigen und oft unbewusst über das Schicksal der Bauern entscheiden.
Ein zentrales Lied in diesem Kontext:

Kostproben echter Wertarbeit

Axel schenkte mir zum Abschied Schokotafeln und geröstete Kakaobohnen.

Diese Produkte sind das Ergebnis einer direkten Wertschöpfung in der Elfenbeinküste. Ich werde diese Schätze gerne mit anderen Menschen kosten, um den Unterschied zwischen industrieller Massenware und echtem, fairem Handwerk schmeckbar werden zu lassen.


Helfen wir beim Deutsch lernen

David, ein Deutschlehrer aus Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, will besser Deutsch lernen. Ideal, wenn er zu uns für ein paar Monate kommen könnte oder zumindest deutschsprachige Touristen begleiten könnte.

David, ein Deutschlehrer aus Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, will besser Deutsch lernen. Ideal, wenn er zu uns für ein paar Monate kommen könnte oder zumindest deutschsprachige Touristen begleiten könnte.

In Deutschland habe ich ein Künstlerhaus, dort könnte er gratis leben und die Verpflegungskosten könnte ich übernehmen. Vielleicht sogar der Flug, nur bewohnbar müsste das Haus schon sein. 

Die Elfenbeinküste wäre ein reiches Land. Die dortigen Eliten haben wenig Interesse für das Volk und verstecken ihr Geld auch in der Schweiz. Ein ehemaliger Minister der Elfenbeinküste aus einer wohlhabenden Familie schafft es zum CEO der Credit Suisse.

Er beklagte sich über Rassismus – ein Problem, dass meiner Meinung nach hochgespielt wird. Die meisten Schweizer verhalten sich zu Ihren Mitbürgern korrekt, zum Teil überkorrekt. 

In der Elfenbeinküste wird viel Kakao angebaut, den wir gerne für unsere Schokolade haben. Masestrani mit seinem Chocolarium hat uns viele Minor Schokoladen zur Degustation während der Standaktion spendiert. Einige lehnten dankend ab, ungesund, doch ist Kakao ungesund?

Die Elfenbeinküste ist sehr vielfältig, hat schöne Nationalparks, die Natur ist bedroht. Durch Einnahmen aus dem Tourismus wird mehr Bewusstsein für den Erhalt der Natur geschaffen.

Stattdessen wollen Philanthropen in der Elfenbeinküste die Landwirtschaft industriell entwickeln. Welche Arbeitsmöglichkeiten bietet in Zukunft weltweit die Industrie. Immer mehr automatisiert. Ob Gentechnik wirklich die beste Lösung ist?

Tourismus ist ein klassisches Dienstleistungsgeschäft. Bei dessen Aufbau müssen wir helfen. Reisen in die Elfenbeinküste sind teuer, denn die Hotels und Strände richten sich an die reichen Einheimischen.

Fairtrade, was bedeutet dies? Wo ist der Tourismus? Wäre es nicht schön, David könnte dazu erzählen.

Wobei wir zu vielen anderen Ländern Westafrikas ebenfalls Länderseiten pflegen

Mali
Sierra Leone
Liberia
Guinea
Guinea Bissau
Senegal
Burkina Faso
Tschad
Ghana
Nigeria

Dort sind die Probleme oft ähnlich gelagert. Der nächste Schritt ist der Weihnachtsmarkt in Baden. Den Erlös will ich David senden, damit er Kakaobauern Weihnachtsgeschenke bringt.