Gescheiterter Präsidentschaftsanwärter

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Tidjane Thiam, der ehemalige CEO der Credit Suisse, wollte nach seiner internationalen Karriere in die Politik seiner Heimat, der Elfenbeinküste, einsteigen – mit einem ambitionierten Ziel: das Präsidentenamt. Doch sein Vorhaben ist gescheitert, noch bevor es richtig begonnen hat.

Der Weg zurück in die Heimat

Thiam, einst Hoffnungsträger der internationalen Finanzwelt, wurde nach seinem Rücktritt bei der Credit Suisse politisch aktiv.

Dazu habe ich bereits einen Artikel verfasst:

Bericht zu Tidjane Thiam

In der Elfenbeinküste steigt er in die traditionsreiche Partei PDCI-RDA ein, die sich in Opposition zur aktuellen Regierung sieht. Seine Ambition: die Präsidentschaftskandidatur für 2025.

Doch gleich mehrere Hürden standen seinem politischen Comeback im Weg. Allen voran: seine doppelte Staatsbürgerschaft. Thiam besaß neben der ivorischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Um den Anforderungen der Wahlkommission zu entsprechen, legte er diese nieder – ein symbolischer Schritt, der seine Verbundenheit mit der Elfenbeinküste zeigen sollte.

Zweifel an seiner Loyalität

Die ivorischen Behörden ließen sich davon nicht überzeugen. Für sie war Thiams Rückkehr zu spät, sein Leben zu sehr im Ausland verankert – sowohl beruflich als auch kulturell. Seine jahrzehntelange Identifikation mit Frankreich und der internationalen Elite hinterlässt einen bleibenden Eindruck, den eine formelle Entsagung der französischen Staatsbürgerschaft nicht auslöschen konnte.

So erklärte das Gericht seine Kandidatur für ungültig. Die Entscheidung sorgte für Unmut in Thiams Lager, aber auch für Erleichterung bei politischen Gegnern, die in ihm einen starken Herausforderer gesehen hatten.

Ein Mann zwischen den Welten

Tidjane Thiams Geschichte ist die eines Mannes mit globaler Karriere, der in seine Heimat zurückkehrt – und dort auf ein System trifft, das ihn geprägt hat. Er will den Typus des modernen afrikanischen Politikers mit internationalem Profil verkörpern, doch was wird erreichen? Sein Leistungsausweis ist nach meiner Meinung nach ein Desaster. Es geht ihn um Macht und Kontrolle.

SRF beleuchtet die Kandidatur und zeigte hier Hintergründe auf:
SRF-Artikel zur abgelehnten Kandidatur

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